Schluss mit sauren Gesichtern: 9 riesige Sorten Schwarzer Johannisbeeren, die wie ein Dessert schmecken

Eine neue Generation süßer Sorten, die Kinder handvollweise direkt vom Strauch essen

Sie pflücken eine schöne dunkle Beere der Schwarzen Johannisbeere vom Strauch, stecken sie in den Mund — und das Gesicht verzieht sich. Ältere Sorten haben eine dickere Schale, eine ausgeprägte Säure und diesen typischen herben Nachgeschmack. Deshalb lehnen viele Menschen, Kinder ganz besonders, den Frischverzehr ab. Die Ernte landet dann höchstens mit Zucker bedeckt in Marmelade oder Sirup.

Die neue Sortengeneration ändert das. Züchter haben Schwarze Johannisbeeren mit kirschgroßen Beeren, dünner Schale, saftigem Fruchtfleisch und einem Zuckergehalt hervorgebracht, den das alte Sortiment nicht erreichte. Die besten von ihnen erreichen auf der Verkostungsskala die volle Punktzahl von 5 von 5.

9
Dessertsorten im Überblick
11,7 %
höchster Zuckergehalt (Bagira)
7,5 g
Gewicht der größten Beere
5 von 5
Verkostungsnote der besten Sorten

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Neun Sorten, die wie ein Dessert schmecken

Die Sorten sind danach geordnet, wie überzeugend sie direkt vom Strauch schmecken. Eine grüne Kopfzeile kennzeichnet Sorten mit der höchsten Verkostungsnote, eine orange Kopfzeile die Sorten mit 4,9 Punkten.

1. Seletschenskaja-2 · 5 von 5 Punkten · 7,3 % Zucker

Geschmack: Auf der Verkostungsskala erreicht sie die vollen 5 von 5 Punkten. Sie ist deutlich süß, ihre eigentliche Stärke liegt aber woanders: Die scharfen Johannisbeer-Töne fehlen vollständig. Sie erinnert eher an süße Waldfrüchte.

Beim Pflücken: Die Beeren werden bis zu 5,5 g schwer, haben eine dünne Schale und platzen beim Abpflücken nicht. Diese Sorte überzeugt auch jene Familienmitglieder, die Schwarze Johannisbeeren bisher abgelehnt haben.

2. Bagira · 11,7 % Zucker — Rekordhalterin im Vergleich

Geschmack: Mit 11,7 % Zucker ist sie die süßeste Sorte dieses Überblicks. In den Ranglisten der schmackhaftesten Sorten russischer Selektion hält sie sich in den ersten zehn Plätzen.

Beim Pflücken: Die Beeren sind kleiner (bis 2,3 g), dafür sehr aromatisch. Für den Garten hat sie einen großen Vorteil: Die Früchte reifen gleichzeitig und fallen auch überreif nicht ab. Sie können sie also einige Tage länger am Strauch Zucker sammeln lassen. Zugleich ist sie eine hervorragende Sorte für duftende Marmelade.

3. Pigmej · 5 von 5 Punkten · 9,4 % Zucker

Geschmack: Fachleute bezeichnen ihren Geschmack ausdrücklich als Dessertqualität — volle 5 von 5 Punkte bei einem hohen Zuckergehalt von 9,4 %.

Beim Pflücken: Trotz des Namens handelt es sich um einen Riesen: Die Beeren werden bis zu 7,5 g schwer. Die Schale ist sehr dünn und beim Hineinbeißen nicht zu spüren, das Fruchtfleisch süß und duftend. An einer Traube hängen 5 bis 10 große Beeren, eine Schale für den Kuchen ist also in wenigen Minuten gefüllt.

4. Rusalka · 5 von 5 Punkten · 7,8 % Zucker

Geschmack: Eine weitere Sorte mit der Höchstnote von 5 von 5 Punkten. Eine feine, sehr angenehme Säure gleicht den hohen Zuckergehalt aus, der Geschmack wirkt dadurch erfrischend und nicht fade.

Beim Pflücken: Die Beeren werden bis zu 7,5 g schwer, das Fruchtfleisch ist äußerst saftig und die Schale hauchdünn. Die Früchte lösen sich allerdings sehr leicht, ernten Sie sie daher gleich nach der Reife.

5. Litwinowskaja · 4,9 Punkte · frühe Sorte

Geschmack: Bewertung 4,9 Punkte. Sie besticht durch einen sehr süßen Geschmack und ein außergewöhnlich kräftiges, angenehmes Johannisbeer-Aroma.

Beim Pflücken: Die Beeren bis 4,5 g sind an der Traube sehr gleichmäßig groß. Sie reift früh und gehört damit zu den ersten wirklich süßen Johannisbeeren der Saison.

6. Veloj · 5 von 5 Punkten · 9,9 % Zucker

Geschmack: Volle 5 von 5 Punkte und beinahe ein Zehntel Zucker (genau 9,9 %). Der Geschmack ist süß und gleichzeitig erfrischend, mit einem schönen Aroma.

Beim Pflücken: Die Früchte bis 3,5 g haben eine dünne, glänzende Schale. Genau dieses Fehlen einer zähen Schale, die zwischen den Zähnen hängen bleibt, macht die Sorte bei Kindern so beliebt.

7. Slastena · 4,9 Punkte · sehr wenige Kerne

Geschmack: Bewertung 4,9 Punkte. Das Fruchtfleisch ist auffallend grünlich braun, sehr süß und hat nur eine leichte Säure. Der Sortenname lässt sich etwa mit „Naschkatze“ übersetzen.

Beim Pflücken: Die Beeren von rund 4 g haben eine feine, dünne Schale und enthalten nur sehr wenige Kerne — ein großer Vorteil für Kinder, die Körnchen im Obst stören.

8. Dobrynja · 4,9 Punkte · Beeren bis 6,5 g

Geschmack: Mit 4,9 Punkten gehört sie zu den besten modernen Sorten. Sie hat einen hervorragenden Dessertgeschmack, süßes Fruchtfleisch und ein ausgeprägtes Aroma.

Beim Pflücken: Mit Beeren bis 6,5 g zählt sie zu den größten Sorten dieses Überblicks. Eine einzige Traube ergibt eine überraschend große Handvoll.

9. Wologda · späte Sorte · hoher Fruktoseanteil

Geschmack: Sie besticht durch einen hohen Anteil an Fruktose, also Fruchtzucker, was sich als angenehme Süße zeigt.

Beim Pflücken: Die Beeren von rund 3 g reifen spät, erst im August. Genau deshalb lohnt sich das Warten — sie verlängert die Johannisbeersaison bis zum Sommerende.

Alle neun Sorten im Überblick

Sorte Beerengewicht Zuckergehalt Verkostung Kennzeichen
Seletschenskaja-2 bis 5,5 g 7,3 % 5 von 5 ohne scharfe Johannisbeer-Töne, Beeren platzen nicht
Bagira bis 2,3 g 11,7 % — reift gleichzeitig, Früchte fallen nicht ab
Pigmej bis 7,5 g 9,4 % 5 von 5 Dessertgeschmack, sehr dünne Schale
Rusalka bis 7,5 g 7,8 % 5 von 5 sehr saftig, Früchte lösen sich leicht
Litwinowskaja bis 4,5 g nicht angegeben 4,9 früh, kräftiges Aroma, gleichmäßige Trauben
Veloj bis 3,5 g 9,9 % 5 von 5 dünne glänzende Schale, erfrischender Geschmack
Slastena rund 4 g nicht angegeben 4,9 sehr wenige Kerne, grünlich braunes Fruchtfleisch
Dobrynja bis 6,5 g nicht angegeben 4,9 Dessertgeschmack, ausgeprägtes Aroma
Wologda rund 3 g hoher Fruktoseanteil — spät, reift im August

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„Nicht angegeben“ bedeutet, dass für diese Sorte kein genauer Zuckerwert vorliegt; der Geschmack ist jedoch durch die Verkostungsnote belegt.

Zuckergehalt im Vergleich: Welche Sorte ist die süßeste?

Bei Dessertsorten ist der Zuckergehalt die entscheidende Kennzahl. Die folgenden Skalen vergleichen nur die Sorten, für die ein genauer Wert bekannt ist. Bezugsgröße ist eine Spanne von 0 – 12 % Zucker, die bei Schwarzen Johannisbeeren ein realistisches Maximum darstellt.

Bagira 11,7 %
Veloj 9,9 %
Pigmej 9,4 %
Rusalka 7,8 %
Seletschenskaja-2 7,3 %

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Ein hoher Zuckergehalt ist allerdings nicht dasselbe wie guter Geschmack. Rusalka enthält weniger Zucker als Bagira, wirkt dank der feinen Säure aber erfrischend und erhielt von den Prüfern die Höchstnote. Erst das Gleichgewicht von Zucker und Säure entscheidet, ob Sie zur zweiten Handvoll greifen.

Der Zucker in der Beere entsteht nicht in der Zuckerdose, sondern in Sonne und Wasser. Auch die süßeste Sorte bleibt sauer, wenn Sie sie in tiefen Schatten setzen und austrocknen lassen.

Wann Sie welche Sorte ernten

Darf am Strauch ausreifen

Bagira — die Früchte reifen gleichzeitig und fallen auch überreif nicht ab, die Sonne treibt den Zuckergehalt so auf sein Maximum.

Laufend nach Reife ernten

Seletschenskaja-2, Pigmej, Veloj, Slastena, Dobrynja, Litwinowskaja (früh) und Wologda (spät, August) — die Trauben reifen allmählich, verteilen Sie die Ernte auf mehrere Tage.

Gleich nach der Reife verzehren

Rusalka — die Früchte lösen sich sehr leicht, längeres Warten bedeutet Verluste unter dem Strauch.

Drei Regeln für die süßesten Beeren am Strauch

Auch die süßeste Sorte kann enttäuschen, wenn Sie ihr nicht geben, was sie braucht.

1. Die Sonne ist der beste Konditor

Zucker entsteht in der Frucht durch Photosynthese. Ein Strauch im tiefen Schatten unter einem Baum trägt immer säuerlichere Früchte. Ideal ist ein Standort mit Vormittagssonne: Er liefert reichlich Licht und schont die Pflanze zugleich vor der größten Mittagshitze.

2. Wasser verdünnt die Säuren

Herrscht während der Fruchtreife Trockenheit, bleiben die Beeren klein und die Säuren konzentrieren sich in ihnen. Regelmäßiges Gießen während des Fruchtansatzes und des Fruchtwachstums ist deshalb der zuverlässigste Weg zu großen, saftigen und süßen Beeren.

3. Übereilen Sie die Ernte nicht

Schwarze Johannisbeeren färben sich dunkel, lange bevor sie wirklich reif sind. Wenn die Sorte ihre Früchte hält, lassen Sie die Beeren noch einige Tage am Strauch — die Säure sinkt, der Zuckergehalt steigt. Genau dieser Schritt macht den größten Unterschied im Geschmack.

Gut zu wissen: Schwarze Johannisbeeren gehören zu den vitamin-C-reichsten Obstarten unserer Gärten — bereits eine Handvoll Beeren deckt den Tagesbedarf eines Erwachsenen. Eine süße Dessertsorte kostet also nichts an gesundheitlichem Wert, sie macht die Frucht nur viel zugänglicher.

Worauf Sie achten sollten: Eine dunkle Beere ist nicht automatisch eine reife Beere. Zu frühes Ernten ist der häufigste Grund, warum eine „süße“ Sorte enttäuscht. Bei Sorten mit leicht abfallenden Früchten, etwa Rusalka, ist das Warten allerdings riskant — kontrollieren Sie diese Sträucher jeden zweiten Tag.

Fazit

Schwarze Johannisbeeren sind ein echter Schatz im Garten. Es gibt jedoch keinen Grund, sich zu sauren Früchten zu zwingen, wenn es Sorten gibt, die wie ein Dessert schmecken. Mit der richtigen Sortenwahl wird aus der pflichtgemäßen Vitaminportion ein Sommervergnügen.

Setzen Sie die Sträucher an einen sonnigen Standort, gießen Sie sie während der Fruchtreife regelmäßig und übereilen Sie die Ernte nicht. Statt gekaufter Süßigkeiten finden Sie Ihre Kinder dann im Sommer am Strauch, wo sie handvollweise riesige, süße und saftige Beeren genießen.


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