Herbst-Ölweide Pointilla – Amber, Amoroso, Sweet'n'tart | Sortenvergleich
Herbst-Ölweide Pointilla®: die Sorten Amber®, Amoroso® und Sweet'n'tart®
Drei schweizerische Selektionen der Art Elaeagnus umbellata – anspruchslose Sträucher mit silbrigem Laub, intensiv duftenden Blüten und vitaminreichen Herbstbeeren
Die Herbst-Ölweide gehört zu den robustesten Beerensträuchern, die Sie pflanzen können. Sie verträgt trockene, arme Böden, Frost und Wind, und dank der Symbiose mit Knöllchenbakterien versorgt sie sich selbst mit Stickstoff. Lange wurde sie vor allem als Zier- und Bodenverbesserungsstrauch verwendet, denn die Früchte der Wildform sind klein und stark adstringierend. Das hat sich mit der Serie Pointilla® der Schweizer Baumschule Lubera® geändert, die aus dieser Art Sorten mit deutlich besserem Geschmack und gleichmäßigeren Beeren selektiert hat. In diesem Artikel vergleichen wir drei davon: die gelbfrüchtige 'Amber®', die geschmacklich beste 'Amoroso®' und die Neuheit 'Sweet'n'tart®'.
|
2–4 m
Höhe des ausgewachsenen Strauchs
|
Mai–Juni
Blütezeit
|
Sept.–Okt.
Fruchtreife
|
2 und mehr
Pflanzen für guten Fruchtansatz
|
← Tabelle seitlich wischen →
Herkunft der Art und die Serie Pointilla®
Elaeagnus umbellata stammt aus Ostasien – aus Japan, Korea und China – wo sie seit langem sowohl als Fruchtgehölz als auch zur Bodenverbesserung angebaut wird. Sie bildet einen dichten, ausgebreiteten Strauch, dessen Blätter auf der Unterseite einen charakteristischen silbrigen Belag tragen. Genau dieser gibt der Pflanze auch außerhalb der Blüte- und Fruchtzeit einen hohen Zierwert.
Der Name der Serie Pointilla® verweist auf die feinen silbrigen Punkte, mit denen die Beerenoberfläche besprenkelt ist – sie erinnern an die Maltechnik des Pointillismus. Unter dieser eingetragenen Marke fasst Lubera® großfrüchtige, auf Geschmack selektierte Sorten in verschiedenen Fruchtfarben zusammen, von der gelborangen 'Amber®' bis zu den roten 'Amoroso®' und 'Sweet'n'sour®'.
Achtung bei den Namen
Die Herbst-Ölweide wird im Handel gelegentlich unter der Bezeichnung Goumi angeboten. Dieser Name gehört jedoch korrekt zur verwandten Art Elaeagnus multiflora (Vielblütige Ölweide), die deutlich größere, längliche rote Früchte trägt und schon im Juni oder Juli reift. Die hier beschriebenen Pointilla®-Sorten gehören zu Elaeagnus umbellata, der im Herbst reifenden Art mit kleinen, runden Beeren. Orientieren Sie sich beim Kauf daher stets am botanischen Namen.
Die drei Sorten im Detail
Wuchs: mittelstark bis stark, im Alter 2 bis 4 Meter hoch. Der Habitus ist ausgebreitet und dicht, mit der typischen silbrigen Blattunterseite.
Früchte: kleine, runde bis leicht ovale Beeren, in der Größe mit Johannisbeeren vergleichbar. Die Farbe ist gelborange – damit bildet die Sorte in einer von roten Früchten geprägten Serie die Ausnahme. Die Schale ist mit feinen silbrigen Punkten besprenkelt.
Geschmack: frisch und süß-sauer. Bei voller Reife sehr angenehm und fruchtig, mit einer leichten Adstringenz, die bei vollständiger Ausreifung verschwindet.
Inhaltsstoffe: Die Früchte enthalten viel Vitamin C sowie die Vitamine A und E, Antioxidantien und Lycopin.
Reifezeit: spätsommer- bis herbstreifende Sorte, in der Regel September bis Oktober.
Wuchs: stark. Ohne Schnitt wächst sie zu einem großen, leicht ausgebreiteten bis sparrigen Strauch von bis zu 4 Metern Höhe heran.
Früchte: mittelgroß, innerhalb der Serie etwas kleiner. Die Farbe ist leuchtend rot mit den typischen silbrigen Punkten, die Beeren sitzen in sehr dichten Trauben.
Geschmack – der größte Vorzug: Sie gilt als geschmacklich beste Sorte der ganzen Serie. Sie hat ein feines süß-saures Aroma und, was besonders wichtig ist, keinerlei Adstringenz – also genau jene Eigenschaft, die bei unreifen Früchten anderer Ölweiden am häufigsten kritisiert wird.
Ertrag: extrem hoch. Die etwas kleineren Beeren werden durch ihre schiere Menge ausgeglichen.
Reifezeit: herbstreifende Sorte, in der Regel Ende September bis Oktober.
Wuchs: stark und vital, dichter Strauch mit der typischen silbrigen Blattunterseite. Die endgültige Höhe wird in den Unterlagen nicht angegeben; nach dem Wuchs der übrigen Sorten der Serie ist jedoch mit vergleichbaren Maßen zu rechnen.
Früchte: kleine Beeren, typischerweise mit silbrigen Punkten besprenkelt.
Geschmack: Der Name deutet auf ein lebhaftes Profil hin – Süße in Verbindung mit einer erfrischenden Säure und einer leichten Adstringenz, die sich bei vollständiger Reife verliert.
Inhaltsstoffe – der größte Vorzug: Die Beeren werden für ihren Gehalt an Vitaminen, Lycopin und essenziellen Fettsäuren geschätzt. Letztere sind bei Obst eher selten, denn nennenswerte Fettmengen finden sich im Fruchtfleisch von Beeren nur ausnahmsweise.
Reifezeit: herbstreifende Sorte, September bis Oktober.
Wertskalen: Geschmack und Standortansprüche
Die Unterlagen zu diesen drei Sorten enthalten keine gemessenen Zuckerwerte (°Brix) und keine Ertragsangaben in Kilogramm. Die folgenden Skalen beruhen daher auf den verbalen Bewertungen in den Sortenbeschreibungen. Sie zeigen die Reihenfolge und sind nicht als exakte Zahlen zu verstehen.
Eignung für den Frischverzehr bei voller Reife (Skala 0–5)
| 'Amoroso®' – keine Adstringenz | 5 / 5 |
| 'Amber®' – leichte Adstringenz vor der Vollreife | 4 / 5 |
| 'Sweet'n'tart®' – deutlichere Säure | 3,5 / 5 |
← Seitlich wischen →
Die Reihenfolge ergibt sich aus den Sortenbeschreibungen: 'Amoroso®' wird als geschmacklich beste und adstringenzfreie Sorte geführt, bei den beiden anderen verschwindet die leichte Adstringenz erst bei vollständiger Reife. Es handelt sich um einen veranschaulichenden Vergleich, nicht um eine gemessene sensorische Bewertung.
| Ansprüche an Boden und Wasser | sehr gering |
| anspruchsloses Gehölz (günstig) | hohe Boden- und Wasseransprüche |
Gilt für alle drei Sorten: Sie vertragen arme, sandige und steinige Böden ebenso wie lange Perioden ohne Bewässerung. Die einzige echte Anforderung ist eine gute Durchlässigkeit – staunässe Standorte toleriert die Ölweide nicht.
Sortenvergleich
| Eigenschaft | 'Amber®' | 'Amoroso®' | 'Sweet'n'tart®' |
|---|---|---|---|
| Fruchtfarbe | gelborange | leuchtend rot | rot |
| Fruchtgröße | klein, wie Johannisbeeren | mittelgroß | klein |
| Geschmack | frisch, süß-sauer | bester der Serie, feines Aroma | süß mit deutlicher Säure |
| Adstringenz bei Vollreife | leicht, verschwindet bei Reife | keine | leicht, verschwindet bei Reife |
| Ertrag | nicht angegeben | extrem hoch | nicht angegeben |
| Wuchs | mittelstark bis stark, 2–4 m | stark, ohne Schnitt bis 4 m | stark und vital |
| Reifezeit | September – Oktober | Ende September – Oktober | September – Oktober |
| Bestäubung | fremdbefruchtend | fremdbefruchtend | sehr wahrscheinlich fremdbefruchtend |
| Winterhärte | voll winterhart | voll winterhart | voll winterhart |
| Hervorgehobene Inhaltsstoffe | Vitamine C, A, E, Lycopin | Vitamin C, Lycopin | Vitamine, Lycopin, essenzielle Fettsäuren |
← Tabelle seitlich wischen →
Bestäubung: der häufigste Pflanzfehler
Alle drei Sorten sind fremdbefruchtend oder allenfalls sehr schwach selbstfruchtbar. Eine einzelne Pflanze blüht daher reich und duftet intensiv, setzt aber kaum oder keine Früchte an – und der Grund wird dann meist im Boden oder im Schnitt gesucht. Pflanzen Sie deshalb mindestens zwei Sträucher, idealerweise zwei verschiedene Sorten derselben Serie. Die Kombination der gelbfrüchtigen 'Amber®' mit der roten 'Amoroso®' funktioniert als Bestäuberpaar und bringt gleichzeitig zwei Fruchtfarben in den Garten.
Hinweis zu Marken und zur Ausbreitung
Pointilla®, Amber®, Amoroso® und Sweet'n'tart® sind eingetragene Marken von Lubera®. Pflanzen dieser Sorten dürfen ohne Lizenz des Rechteinhabers nicht zum Verkauf vermehrt oder unter dem geschützten Namen in Verkehr gebracht werden. Für den Anbau im eigenen Garten gilt diese Einschränkung selbstverständlich nicht.
Beachten Sie zudem, dass Elaeagnus umbellata in Teilen Nordamerikas als invasives Gehölz geführt wird, weil Vögel die Samen in die freie Landschaft tragen. In mitteleuropäischen Verhältnissen wird die Art regulär als Nutz- und Zierstrauch kultiviert. Grenzt Ihr Garten jedoch an ein Schutzgebiet, an einen Trockenrasen oder an ungepflegte Flächen, sollten Sie die Ernte gründlich einbringen und die Beeren nicht unbeachtet ausreifen und abfallen lassen.
Anbau, Standort und Rückschnitt
Die Herbst-Ölweide gehört zu den anspruchslosesten Gehölzen im Garten. Am besten gedeiht sie in voller Sonne, sie verträgt auch Halbschatten – im tiefen Schatten sinkt jedoch der Ertrag, und die Früchte erreichen ihre volle Süße nicht. Sie wächst in armen, sandigen und steinigen Böden und verträgt Trockenheit ausgezeichnet. Regelmäßige Bewässerung und starke Stickstoffgaben benötigt sie nicht: Dank der Symbiose mit Bakterien an den Wurzeln bindet sie Luftstickstoff selbst und bereichert damit teilweise auch den umliegenden Boden.
Beim Schnitt gehen Sie vor wie bei anderen Beerensträuchern. Entfernen Sie alle paar Jahre die ältesten Haupttriebe vollständig am Boden, damit sich der Strauch laufend mit jungem, fruchttragendem Holz verjüngt. Bei der wuchsstarken 'Amoroso®' hat der Schnitt noch eine zweite Funktion: Ohne Eingriff erreicht sie 4 Meter, mit regelmäßigem Rückschnitt lässt sie sich problemlos unter drei Metern halten. In kleinen Gärten brauchen stark wachsende Pflanzen dieser Art daher jedes Jahr Aufmerksamkeit.
Die Blüten sind klein und blassgelb, doch ihr Duft gehört zu den intensivsten, die man im Mai und Juni im Garten findet. Ein Strauch in Vollblüte summt buchstäblich – ein erstklassiges Bienengehölz.
Wann ernten: eine visuelle Anleitung
Die Adstringenz ist keine Eigenschaft der Sorte, sondern des Reifegrads. Zu früh gepflückte Beeren schmecken auch bei den besten Selektionen pelzig – bei der Ölweide lohnt sich Geduld.
| Nicht ernten: Die Beeren sind noch ungleichmäßig gefärbt, fest im Griff und sitzen straff am Stiel. In dieser Phase dominieren Säure und Adstringenz. | |
| Geeignet zum Verarbeiten: Die Früchte sind voll ausgefärbt, aber noch fest. Ideal für Konfitüre, Gelee und Saft, wo ohnehin Zucker zugegeben wird – die verbleibende Säure ist hier ein Vorteil. | |
| Ideal für den Frischverzehr: Die Beeren sind weich im Griff und lösen sich leicht. Erst jetzt verschwindet die Adstringenz vollständig und der Geschmack ist am süßesten. |
Verwendung der Früchte und des Strauchs
Vollreife Beeren eignen sich hervorragend zum Frischverzehr – ganz besonders bei 'Amoroso®', der jede Adstringenz fehlt. Wegen ihres Säure- und Pektingehalts sind alle drei Sorten gut für Konfitüren und Gelees geeignet, ebenso für Säfte, Sirupe und Fruchtwein. Die Ernte der kleinen Beeren ist aufwendiger als bei großfrüchtigem Obst, bei den dichten Trauben der 'Amoroso®' geht sie allerdings relativ schnell.
Die Ölweide als Hecke und Windschutz
Dichter Wuchs, Windverträglichkeit und Gleichgültigkeit gegenüber der Bodenqualität machen diese Art zu einem guten Gehölz für freiwachsende Hecken und Windschutzstreifen – entlang der Grundstücksgrenze, als Teil eines Nutzschutzstreifens oder als Schutz für empfindlichere Pflanzungen. Dazu kommen das silbrige Laub, die intensiv duftenden Blüten für Bestäuber und die Stickstoffbindung, von der auch die Nachbarpflanzen profitieren.
|
Pointilla®-Sorten in unserem Shop Die gelborange 'Amber®', die geschmacklich beste 'Amoroso®' und die Neuheit 'Sweet'n'tart®' – selektierte Ölweiden, die Trockenheit, Frost und arme Böden wegstecken und den Boden zusätzlich mit Stickstoff bereichern. Bestellen Sie gleich zwei Sorten und sichern Sie sich eine reiche Herbsternte.
Der Verkauf der genannten Sorten wird voraussichtlich ab dem 15. September 2026 beginnen. Sorten im Shop ansehen |
Werden Sie Teil unserer Community Tauschen Sie Anbauerfahrungen aus, fragen Sie nach Sorten und zeigen Sie Ihre Ernte auf unserer Facebook-Seite voller begeisterter Obstgärtner, diskutieren Sie mit Fachleuten und erhalten Sie als Erste Zugang zu neuen Artikeln. Zur Facebook-Seite |
← Tabelle seitlich wischen →