Brombeeren Natchez und Ouachita – dornenlose Sorten aus Arkansas
Brombeeren „Natchez“ und „Ouachita“
Zwei dornenlose Sorten aus Arkansas, die große feste Früchte, aufrechten Wuchs und verlässliche Erträge vereinen
Das Züchtungsprogramm der University of Arkansas in Clarksville gehört zu den einflussreichsten Brombeerzüchtungen der Welt. Aus ihm stammen jene Sorten, die als Erste drei Eigenschaften in einer Pflanze vereinten, die zuvor nur schwer zusammenzubringen waren: vollständige Dornenlosigkeit, aufrechten Wuchs und Früchte, die fest genug sind, um Ernte, Transport und mehrere Tage im Kühlschrank zu überstehen.
„Natchez“ (ursprüngliche Bezeichnung Ark. 2241) und „Ouachita“ (Ark. 1905) sind zwei davon. Sie stehen weniger in Konkurrenz zueinander, sondern ergänzen sich im Garten: „Natchez“ eröffnet die Saison mit großen, langen Früchten, „Ouachita“ folgt eine Woche später mit etwas süßeren Beeren und einem Wuchs, der ohne Gerüst auskommt.
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8 – 9 g
Fruchtgewicht von „Natchez“
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9,9 %
lösliche Trockensubstanz „Ouachita“
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2,3 – 3,2 kg
Ertrag je Pflanze
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35 – 40 Tage
Dauer der Erntezeit
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Herkunft und Züchtung
Beide Sorten entstanden durch Handbestäubung in Clarksville im US-Bundesstaat Arkansas und gehören zur Gruppe der überwiegend ostamerikanischen Brombeeren, die sich von Rubus allegheniensis ableiten (möglicherweise mit Introgression von R. argutus). Die Gene für die Dornenlosigkeit stammen von der britischen Sorte „Merton Thornless“, die sie ihrerseits von R. ulmifolius geerbt hat.
Strauch, Wuchs und Bestäubung
Beide Sorten wachsen kräftig und wuchsfreudig und wachsen nach der Pflanzung rasch ein – bei „Ouachita“ sogar schneller als bei den meisten anderen dornenlosen Sorten. Der Unterschied zwischen ihnen liegt in der Festigkeit der Ruten.
Die Ruten von „Ouachita“ – sowohl die Jungruten als auch die Fruchtruten – wachsen aufrecht und sind selbsttragend, sodass die Pflanze kein Gerüst benötigt. „Natchez“ hat einen aufrechten bis halbaufrechten Wuchs; sie lässt sich zwar freistehend kultivieren, ein Drahtgerüst wird jedoch empfohlen, da die Ruten bei reichem Behang oder an windigen Standorten zum Umlegen neigen.
Die Blüten sind bei beiden Sorten weiß, zwittrig und sehr fruchtbar. „Natchez“ blüht im Mittel 2 bis 4 Tage früher als „Ouachita“, diese wiederum 0 bis 2 Tage früher als „Navaho“. Beide Sorten sind selbstfruchtbar, eine zweite Sorte als Befruchter ist für den Ertrag also nicht erforderlich.
Selbstfruchtbarkeit in der Praxis
Eine selbstfruchtbare Sorte bringt auch dann einen vollen Ertrag, wenn sie als einzige im Garten steht. In kleinen Anlagen können Sie die Sorte daher allein nach dem Erntetermin auswählen, ohne eine Befruchtungskombination beachten zu müssen. Pflanzen Sie beide, verlängern Sie einfach die Erntezeit – „Natchez“ beginnt etwa eine Woche vor „Ouachita“.
Die Früchte
Die Früchte von „Natchez“ sind groß, lang und zylindrisch und wiegen im Durchschnitt 8 – 9 g. „Ouachita“ bildet rundlich-längliche bis konische Früchte mit einem Durchschnittsgewicht von 6,0 g, das sind 1,0 bis 1,5 g mehr als bei ihrer Mutterpflanze „Navaho“. Wichtig ist, dass beide Sorten die Fruchtgröße während der gesamten Erntezeit sehr gut halten – die letzten Beeren sind also nicht deutlich kleiner als die ersten.
Die Farbe ist bei beiden ein leuchtendes, glänzendes Schwarz. In der Vollreife sind die Früchte sehr fest: „Natchez“ ist mit den Sorten „Ouachita“, „Apache“ und „Navaho“ vergleichbar, „Ouachita“ selbst wird als fester als „Shawnee“ und „Choctaw“ und nahezu so fest wie „Navaho“ bewertet.
Der Geschmack ist bei beiden gut, süß und mild säuerlich mit ausgeprägtem Brombeeraroma. Der Gehalt an löslicher Trockensubstanz beträgt bei „Natchez“ im Mittel 9,5 % und bei „Ouachita“ 9,9 %, wobei „Ouachita“ in günstigen Jahren bis zu 12 % erreicht. Das durchschnittliche Trockengewicht eines Samens liegt bei „Natchez“ bei 4,2 mg und bei „Ouachita“ bei 4,5 mg.
Wertskalen: Fruchtgewicht und Zuckergehalt
Durchschnittliches Fruchtgewicht – Skala 0 – 10 g
| „Natchez“ | 8 – 9 g |
| „Ouachita“ | 6,0 g |
Lösliche Trockensubstanz – Skala 0 – 12 %
| „Ouachita“ | 9,9 % |
| „Natchez“ | 9,5 % |
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Das Fruchtgewicht bezieht sich auf eine Skala von 0 – 10 g, die lösliche Trockensubstanz auf eine Skala von 0 – 12 %, was dem Höchstwert bei „Ouachita“ entspricht. Es handelt sich um Mittelwerte aus Versuchsanlagen in Arkansas.
Reifezeit und Ertrag
„Natchez“ ist eine frühe Sorte. Sie beginnt sieben Tage vor „Ouachita“ zu reifen; in Arkansas liegt das durchschnittliche Datum der ersten Ernte am 3. Juni, die Ernte dauert 35 – 40 Tage, also etwa bis zum 11. Juli. „Ouachita“ ist eine mittelfrühe Sorte: Sie setzt sieben Tage vor „Navaho“ ein, in Zentral-Arkansas im Mittel am 12. Juni, und wird über etwa 35 Tage geerntet, also ungefähr bis zum 17. Juli. Unter mitteleuropäischen Bedingungen verschieben sich die Termine je nach Standort und Frühjahrsverlauf, der Abstand zwischen den beiden Sorten bleibt jedoch erhalten.
Der Ertrag ist bei beiden Sorten hoch und beständig und liegt zwischen 2,3 und 3,2 kg je Pflanze. Bei „Ouachita“ ist das deutlich mehr als bei ihrer Mutterpflanze „Navaho“ und vergleichbar mit der sehr ertragreichen Sorte „Apache“.
Die Lagerfähigkeit der frischen Früchte ist bei „Ouachita“ ausgezeichnet, vergleichbar mit „Navaho“ und besser als bei „Shawnee“ und „Choctaw“. „Natchez“ steht in diesem Punkt den Sorten „Navaho“, „Apache“ und „Ouachita“ in nichts nach.
Die Sorten im Überblick
| Merkmal | „Natchez“ | „Ouachita“ |
|---|---|---|
| Jahr der Kreuzung | 1998 | 1990 |
| Abstammung | Ark. 2005 × Ark. 1857 | „Navaho“ × A-1506 |
| Wuchsform | aufrecht bis halbaufrecht, Gerüst empfohlen | aufrecht, selbsttragend, ohne Gerüst |
| Dornen | genetisch dornenlos | genetisch dornenlos |
| Bestäubung | selbstfruchtbar | selbstfruchtbar |
| Fruchtgewicht | 8 – 9 g | 6,0 g |
| Fruchtform | lang, zylindrisch | rundlich-länglich bis konisch |
| Lösliche Trockensubstanz | 9,5 % | 9,9 % (max. 12 %) |
| Samentrockengewicht | 4,2 mg | 4,5 mg |
| Erntebeginn (Arkansas) | 3. Juni | 12. Juni |
| Dauer der Ernte | 35 – 40 Tage | etwa 35 Tage |
| Ertrag je Pflanze | 2,3 – 3,2 kg | 2,3 – 3,2 kg |
| Frosthärte | bis −14 °C | bis −17 °C |
| Vermehrung | Wurzelschnittlinge – sehr bereitwillig | Wurzel- und Kraut-/Grünstecklinge |
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Widerstandsfähigkeit und Gesundheit
Der Gesundheitszustand gehört zu den größten Stärken beider Sorten. In Versuchsanlagen erwiesen sie sich als immun gegenüber dem Brombeerrost (Gymnoconia nitens) sowie gegenüber der als Double Blossom oder Rosettenkrankheit bezeichneten Erkrankung (Cercosporella rubi). Gegenüber der Anthraknose (Elsinoe veneta) zeigen sie eine mittlere Widerstandsfähigkeit beziehungsweise Toleranz – in Jahren mit hohem Befallsdruck lässt sich der Pflanzenschutz also nicht vollständig weglassen.
Die Frosthärte ist die schwächere Seite. „Natchez“ ist bis −14 °C winterhart, „Ouachita“ bis −17 °C. Entscheidend ist dabei die Temperatur, der die Fruchtruten im Winter ausgesetzt sind – Frostschäden an den Knospen zeigen sich erst im folgenden Sommer als Ertragsausfall.
| Frosthärte von „Ouachita“ | −17 °C |
| −20 °C (härter) | −8 °C (empfindlicher) |
| Frosthärte von „Natchez“ | −14 °C |
| −20 °C (härter) | −8 °C (empfindlicher) |
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Die Skala reicht von −20 °C bis −8 °C. Das grüne Ende steht für eine höhere Frosthärte, das orange Ende für eine geringere.
Hinweis für kältere Lagen
In Lagen, in denen die Wintertiefstwerte regelmäßig unter die genannten Grenzen fallen, leiden beide Sorten ohne Schutz. Empfehlenswert sind dann ein geschützter Standort an einer Hauswand oder im Windschatten, ein Anhäufeln der Strauchbasis im Winter oder das Herablegen und Abdecken der Ruten. In den kältesten Regionen kann eine frosthärtere Sorte die bessere Wahl sein.
Vermehrung
Beide Sorten lassen sich sehr gut über Wurzelschnittlinge vermehren – sie bilden weitaus bereitwilliger Adventivtriebe aus den Wurzeln als die Sorte „Navaho“, die Mutterpflanze von „Ouachita“. Bei „Ouachita“ gelingt zudem die Vermehrung über Krautstecklinge.
Die Bereitschaft zur Wurzelbrutbildung hat zwei Seiten: Sie erleichtert die Vermehrung, bedeutet aber zugleich, dass sich die Pflanzung ohne regelmäßiges Entfernen unerwünschter Triebe allmählich in die Umgebung ausbreitet.
Rechtlicher Hinweis
Beide Sorten sind durch Sortenschutz (PBR) geschützt. Eine Vermehrung zum Verkauf oder die Weitergabe von Vermehrungsmaterial ohne Lizenz ist nicht zulässig.
Welche Sorte passt zu Ihnen
Sie möchten die früheste Ernte und die größten Früchte – wählen Sie „Natchez“. Sie eröffnet die Ernte rund eine Woche früher, und ihre Früchte mit 8 – 9 g gehören zu den größten im Sortiment der dornenlosen Brombeeren.
Sie möchten kein Gerüst bauen – wählen Sie „Ouachita“. Ihre Ruten sind selbsttragend, sie kommt also ohne Drahtgerüst aus, und die Früchte enthalten etwas mehr Zucker.
Ihr Standort hat strenge Winter – beide Sorten benötigen dann einen Winterschutz. Ohne ihn ist das Risiko von Schäden an den Fruchtruten und von Ertragsausfällen hoch.
Wenn Sie Platz für beide haben, ernten Sie durchgehend vom Saisonbeginn bis in den Hochsommer – und das von Pflanzen, die keine Dornen tragen, keinen Befruchter brauchen und Früchte liefern, die im Kühlschrank mehrere Tage ihre Form behalten.
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