Sauerkirschsorte · Litauen

Sauerkirsche 'Vytėnų žvaigždė': der litauische Stern im Sommergarten

Eine selbstfruchtbare, schwach wachsende Sorte mit großen, fast schwarzen Früchten und einem kleinen, gut steinlösenden Kern

Stellen Sie sich einen heißen Julitag vor und dazu Hände voller glänzender, dunkelroter, fast schwarzer Sauerkirschen. Beim ersten Bissen spüren Sie eine erfrischende Säure, die sofort von einer ausgeprägten Süße ausgeglichen wird. Genau diesen Geschmack bietet die litauische Sauerkirschsorte mit dem exotisch klingenden Namen 'Vytėnų žvaigždė'.

Wenn Sie einen Baum suchen, der wenig Platz beansprucht, schon nach wenigen Jahren trägt und Früchte liefert, die sich sowohl zum Frischverzehr als auch zur Verarbeitung hervorragend eignen, verdient diese Sorte Ihre Aufmerksamkeit.

1973Entstehungsjahr der Sorte 4–5 gFruchtgewicht 3. Jahrerste Ernte nach der Pflanzung 0,25 gungefähres Steingewicht

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Aus litauischer Züchtungstradition

Der Name 'Vytėnų žvaigždė' bedeutet übersetzt „Stern von Vytėnai“, und die Sorte trägt ihn nicht zufällig. Sie zählt zu den wertvollsten Sorten des litauischen Obstbaus. Sie entstand 1973 als Ergebnis langjähriger Arbeit des angesehenen Züchters A. Lukoševičius an der Forschungsstation für Garten- und Gemüsebau in Vytėnai, der Vorgängereinrichtung des heutigen litauischen Instituts für Gartenbauforschung. Es handelt sich um eine mittelfrühe bis frühe Sorte.

Die Sorte ist aus einer gezielten Kreuzung hervorgegangen. Die Züchter bestäubten die Blüten der traditionellen lokalen Sorte 'Žagarvyšnė' (in Lettland als 'Latvijas Zemais' bekannt) mit dem Pollen des Sämlings 'Podbielskinės' (Nr. 100). Das Ergebnis überzeugte so sehr, dass die Sorte schnell die Gunst der Obstbauern gewann. Ihren Wert belegt auch die Tatsache, dass sie 1996 in die Liste der für den Anbau in Litauen am besten geeigneten Sorten aufgenommen wurde und 2008 Teil der nationalen pflanzengenetischen Ressourcen Litauens wurde.

Ein Baum, der auch in kleine Gärten passt

Einer der größten Vorzüge der Sorte ist ihr Wuchs, der sich ideal für die heute oft kleineren Gärten eignet. Bis zum Ertragsbeginn wächst der junge Baum mittelstark. Er trägt bereits im dritten Jahr nach der Pflanzung, und von da an verlangsamt sich sein Wachstum deutlich – er wird schwachwüchsig.

Die Krone ist gleichmäßig rund und mittelstark verzweigt. Ihre Eleganz verdankt der Baum vor allem den Ästen, die leicht überhängen. Voll behangen erinnert er an eine Trauerweide, die mit roten Rubinen geschmückt ist.

iEine selbstfruchtbare Sorte

'Vytėnų žvaigždė' ist selbstfruchtbar und braucht daher keinen zweiten Baum als Befruchter. Sie trägt regelmäßig und reich, in manchen Jahren sogar sehr reich. Sie blüht mittelfrüh, und ihre Blüten sind im Frühjahr eine willkommene Nahrungsquelle für Bienen.

Die Früchte: groß, dunkel und saftig

Die Muttersorte 'Žagarvyšnė' hatte kleinere Früchte. Der Stern von Vytėnai übertrifft sie in der Fruchtgröße deutlich und bringt weitere praktische Eigenschaften mit.

Größe und Aussehen
Die Früchte sind überdurchschnittlich groß, wiegen 4 bis 5 Gramm und haben eine regelmäßige runde Form. Die Haut glänzt und färbt sich in voller Reife satt dunkelrot bis fast schwarz.
Fruchtfleisch
Das Fruchtfleisch ist dunkelrot, zart und dennoch fest sowie sehr saftig. Der Saft hat eine satte rubinrote Farbe.
Geschmack
Der Geschmack ist ausgeprägt süß-säuerlich und wird von einem vollen, typischen Sauerkirscharoma abgerundet – genau das, was man von einer hochwertigen Sauerkirsche erwartet.
Stein
Der Stein ist klein (etwa 0,25 g), elliptisch und löst sich sehr leicht vom Fruchtfleisch. Das weiß jeder zu schätzen, der Kirschen verarbeitet.
Ernte und Transport
Die Früchte sitzen fest am Zweig, lösen sich beim Pflücken jedoch trocken vom Stiel. Der Stiel geht ab, ohne das Fruchtfleisch zu verletzen, und es tritt kein Saft aus. Deshalb sind die Früchte gut transportfähig und bleiben länger frisch.

Woraus sich das Fruchtgewicht zusammensetzt

Fruchtfleisch 94–95 %
Stein 5–6 %

Anteile berechnet aus einem Fruchtgewicht von 4–5 g und einem Steingewicht von etwa 0,25 g. Skala: 0–100 % des Fruchtgewichts.

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Ein kleiner, leicht lösender Stein und Früchte, die gleichzeitig reifen, machen diese Sauerkirsche zu einer Sorte wie geschaffen zum Einkochen.

Erntezeit und Verwendung

Die Sorte reift in der ersten Julihälfte, genauer gesagt im ersten Julidrittel. Ein großer Vorteil für die Verarbeitung ist, dass die Früchte gleichzeitig reifen. Sie müssen also nicht mehrmals pflücken – Sie ernten den ganzen Baum in einem Durchgang und können sofort mit dem Einkochen beginnen.

Frisch vom Baum sind die Kirschen ein köstlicher Genuss, der an Sommertagen herrlich erfrischt. Dank der leichten Entsteinung eignen sie sich aber ebenso hervorragend zur Verarbeitung – für Kuchen, Konfitüren, Sirupe und Kompott oder für einen selbst gebrannten Sauerkirschbrand.

!Vorsicht mit den Steinen bei der Verarbeitung

Die Samen in den Kirschsteinen enthalten Amygdalin, aus dem giftige Blausäure freigesetzt werden kann. Zerkleinern Sie die Steine daher nicht, wenn Sie Sirup, Likör oder Brand herstellen, und entsteinen Sie Früchte, die in Alkohol angesetzt werden, am besten vorher.

So gedeiht der litauische Stern

Da die Sorte aus den nördlicheren baltischen Breiten stammt, zeichnet sie sich durch eine ausgezeichnete Winterhärte aus. Sie ist außerdem recht widerstandsfähig gegenüber verbreiteten Pilzkrankheiten – gegen die gefürchtete Sprühfleckenkrankheit (Kokkomykose) zeigt sie beispielsweise eine mittlere Resistenz.

Damit sie gut gedeiht und ihr volles Potenzial entfaltet, sollten Sie den Standort sorgfältig wählen.

Leitfaden zur Standortwahl

Geeignete Lage: höher gelegene, helle Stellen im Garten, geschützt vor scharfen und kalten Winden.
Geeigneter Boden: lockerer, gut durchlüfteter sandiger Lehm- oder Lehmboden, reich an Humus und mit ausreichendem Kalkgehalt.
Achtung: Die Sorte stellt recht hohe Ansprüche an die Bodenqualität, und an windigen, ungeschützten Standorten fehlt ihr der Schutz vor kaltem Wind.
Ungeeignet: Standorte mit dauerhaft vernässtem Boden – Staunässe verträgt die Sorte nicht.

Die Sorte auf einen Blick

Merkmal Angabe
Herkunft Litauen, Forschungsstation für Garten- und Gemüsebau in Vytėnai
Entstehungsjahr und Züchter 1973, A. Lukoševičius
Elternsorten 'Žagarvyšnė' × Sämling 'Podbielskinės' (Nr. 100)
Wuchs und Krone anfangs mittelstark, ab Ertragsbeginn schwach; runde, mittelstark verzweigte Krone mit leicht überhängenden Ästen
Befruchtung und Blüte selbstfruchtbar; mittelfrühe Blüte
Ertragsbeginn 3. Jahr nach der Pflanzung
Reife erstes Julidrittel; die Früchte reifen gleichzeitig
Frucht 4–5 g, rund, dunkelrot bis fast schwarz, süß-säuerlich
Stein etwa 0,25 g, elliptisch, löst sich leicht vom Fruchtfleisch
Widerstandsfähigkeit ausgezeichnete Winterhärte; mittlere Resistenz gegen die Sprühfleckenkrankheit
Bodenansprüche locker, humusreich, mit ausreichendem Kalkgehalt; verträgt keine länger anhaltende Staunässe

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Fazit

Die Sauerkirsche 'Vytėnų žvaigždė' ist ein seltenes Beispiel für eine Sorte, die traditionellen Sauerkirschgeschmack mit den Anforderungen heutiger Gärten verbindet. Der Baum wächst nicht übermäßig in die Höhe und hängt dennoch meist voller Früchte. Er trägt früh und regelmäßig, und seine Kirschen sehen nicht nur schön aus, sondern schmecken noch besser.

Wenn Sie eine Sauerkirsche suchen, die keinen Befruchter braucht, den Winter gut übersteht und sich dank des kleinen Steins leicht verarbeiten lässt, holen Sie sich diesen litauischen Stern in Ihren Garten. Er wird Sie Jahr für Jahr mit einer reichen Ernte belohnen.


Pflanzen Sie den litauischen Stern

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