Pflanzen Sie Vitaminbomben und natürliche Farbstoffe direkt in Ihren eigenen Garten

Bei der Wahl der Johannisbeeren zählt nicht nur die Erntemenge, sondern auch das, was in jeder einzelnen Beere steckt.

144,5 mg
Anthocyane pro 100 g
Vīksnes Sarkanās
78,8 mg
Vitamin C pro 100 g
Vīksnes Sarkanās
703,0 mg
P-aktive Substanzen pro 100 g
Niva
10,2 %
Pektinstoffe
Orlovskaya Zvezda

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Heutzutage geben wir viel Geld für exotische Superfoods aus, suchen Gesundheit in Pulvern und kaufen teure Vitaminpräparate. Dabei kann eine der interessantesten Quellen wertvoller Inhaltsstoffe direkt vor unserem Fenster wachsen. Johannisbeeren sind längst nicht mehr nur ein gewöhnliches Obst für den Sonntagskuchen. Sortenvergleiche zeigen, dass diese kleinen roten und weißen Beeren viel Vitamin C, Antioxidantien und natürliche Farbstoffe enthalten.

Wenn Sie bisher dachten, die beste Johannisbeere sei die mit dem größten Ertrag, werden Sie Ihre Meinung vielleicht ändern. Der wahre Wert liegt nämlich nicht in der Menge, sondern in dem, was in jeder einzelnen Beere steckt.

Der Mythos vom Ertrag: Wenn Qualität die Menge schlägt

Jahrzehntelang haben sich Züchter darauf konzentriert, Sträucher mit möglichst hohen Erträgen zu entwickeln. Für Erwerbsbetriebe ist das sinnvoll, im Hausgarten können jedoch andere Maßstäbe gelten. Ein gutes Beispiel ist die alte lettische Sorte Vīksnes Sarkanās.

In Vergleichsversuchen blieb sie beim Ertrag zurück: Während die moderne Sorte Marmeladnica mehr als 3 kg pro Strauch lieferte, waren es bei Vīksnes Sarkanās nur 1,17 kg. Ist sie deshalb schlechter? Keineswegs. Die Analyse der Früchte zeigte, dass sie hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe eine außergewöhnlich wertvolle Sorte ist. Sie eignet sich für Gärtner, die hochwertiges Obst für die eigene Familie suchen und nicht große Mengen für den Verkauf.

Der wahre Wert von Johannisbeeren liegt nicht in der Erntemenge, sondern in dem, was in jeder einzelnen Beere steckt.

Anthocyane und natürliche Farbstoffe: Sattes Rot

Die Farbe von Obst ist nicht nur eine Augenweide. Das satte Rot der Johannisbeeren verursachen Anthocyane – kräftige Antioxidantien, also Stoffe, die helfen, Zellen vor Schäden zu schützen. Und gerade bei diesem Merkmal ragt die lettische Sorte Vīksnes Sarkanās heraus.

Ihre Früchte haben eine sehr dunkle kirschrote Farbe, für die sie den Volksnamen „Granatapfel“ erhielt. Die biochemische Analyse ergab 144,5 mg Anthocyane pro 100 g. Das ist fast viermal so viel wie bei der Sorte Jonkheer van Tets und etwa neunmal so viel wie bei Marmeladnica, die nur 16,1 mg enthält.

Wenn Sie möchten, dass Ihre selbst gemachten Marmeladen, Gelees und Säfte satt gefärbt sind, gehört Vīksnes Sarkanās zu den besten Sorten.

Vitamin C: Abwehrkräfte direkt vom Strauch

Johannisbeeren sind seit jeher als Vitamin-C-Quelle (Ascorbinsäure) bekannt. Zwischen den Sorten gibt es beim Gehalt jedoch große Unterschiede.

Von den verglichenen Sorten hat wieder Vīksnes Sarkanās den höchsten Gehalt, nämlich 78,8 mg pro 100 g. Es folgen die mittelfrühe Sorte Niva (71,9 mg/100 g) und die Sorte Asya (60,6 mg/100 g). Auch die weißen Johannisbeeren sollten wir nicht vergessen: Obwohl ihnen der rote Farbstoff fehlt, liefert die Sorte Umka 54 mg Vitamin C pro 100 g durchscheinendem Fruchtfleisch.

Vitamin-C-Gehalt (mg pro 100 g)
Vīksnes Sarkanās78,8 mg
Niva71,9 mg
Asya60,6 mg
Umka (weiß)54 mg

Die Skala bezieht sich auf den Bereich von 0 bis 100 mg pro 100 g. Es handelt sich um einen anschaulichen Vergleich der im Artikel genannten Werte.

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P-aktive Substanzen: Seltene Bioflavonoide

Haben Sie schon von P-aktiven Substanzen gehört? Dabei handelt es sich um Bioflavonoide (dazu zählt auch Rutin), die zusammen mit Vitamin C wirken. Sie werden mit dem Schutz kleiner Blutgefäße in Verbindung gebracht und wirken zudem entzündungshemmend. Johannisbeeren sind eine gute Quelle dafür, und manche Sorten enthalten außergewöhnlich viel davon.

Einfach gesagt
P-aktive Substanzen sind natürliche Pflanzenstoffe, die im Obst zusammen mit Vitamin C vorkommen und dessen Wirkung ergänzen.

Den höchsten Gehalt hat die Sorte Niva – satte 703,0 mg pro 100 g. Knapp dahinter folgt die Sorte Asya mit 606,0 mg pro 100 g. Die weiße Johannisbeere Bayana kommt auf 350 mg. Erwähnenswert ist auch die sibirische Sorte Krasnaya Andreychenko, die frosthart ist und 550,9 mg Catechine (eine weitere Gruppe kräftiger Antioxidantien) enthält.

Pektin: Die Grundlage für die perfekte Marmelade

Eine gute Sorte sollte nicht nur wertvoll, sondern auch praktisch in der Verarbeitung sein. Damit Marmelade oder Fruchtaufstrich auch ohne Gelierhilfe leichter fest wird, braucht man Früchte mit einem höheren Pektingehalt – einem natürlichen Stoff, der für das Gelieren verantwortlich ist.

Den höchsten Gehalt an Pektinstoffen hat die Sorte Orlovskaya Zvezda – bis zu 10,2 %. Auch Osipovskaya (8,3 %) und Marmeladnica (7,7 %) besitzen gute Geliereigenschaften.

Die Sorten in Zahlen

Übersicht aller Werte aus den im Artikel genannten Analysen. Wo ein Wert nicht angegeben war, ist dies vermerkt.

SorteErtrag pro StrauchAnthocyane (mg/100 g)Vitamin C (mg/100 g)P-aktive Substanzen (mg/100 g)Pektin (%)
Vīksnes Sarkanās1,17 kg144,578,8nicht angegebennicht angegeben
Nivanicht angegebennicht angegeben71,9703,0nicht angegeben
Asyanicht angegebennicht angegeben60,6606,0nicht angegeben
Marmeladnicamehr als 3 kg16,1nicht angegebennicht angegeben7,7
Umka (weiß)nicht angegebennicht angegeben54nicht angegebennicht angegeben
Bayana (weiß)nicht angegebennicht angegebennicht angegeben350nicht angegeben
Orlovskaya Zvezdanicht angegebennicht angegebennicht angegebennicht angegeben10,2
Osipovskayanicht angegebennicht angegebennicht angegebennicht angegeben8,3

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Die Werte stammen aus den im Artikel erwähnten Vergleichsanalysen.

Drei Sorten, drei Stärken

Vīksnes Sarkanās – Farbe und Vitamin C
Der höchste Gehalt an Anthocyanen (144,5 mg/100 g) und Vitamin C (78,8 mg/100 g) unter den verglichenen Sorten. Wegen des geringeren Ertrags (1,17 kg pro Strauch) eignet sie sich besonders für Gärtner, denen Qualität wichtig ist.
Niva – P-aktive Substanzen
703,0 mg P-aktive Substanzen und 71,9 mg Vitamin C pro 100 g. Eine mittelfrühe Sorte.
Orlovskaya Zvezda – Pektin
10,2 % Pektin, der höchste Wert unter den verglichenen Sorten. Eine gute Wahl für Marmeladen und Gelees.

Hinweis
Die Werte stammen aus Vergleichsanalysen einzelner Sorten. Im Garten können sie je nach Jahr, Standort, Reifegrad der Früchte und Anbauweise abweichen. Johannisbeeren sind ein wertvoller Bestandteil einer abwechslungsreichen Ernährung, aber kein Arzneimittel.

Fazit

Bei der Auswahl von Johannisbeeren für den Garten lohnt es sich, nicht nur zu fragen, wie viele Eimer man vom Strauch erntet, sondern auch, was die Früchte enthalten. Vīksnes Sarkanās überzeugt durch Farbe und Anthocyane, Niva durch P-aktive Substanzen und Orlovskaya Zvezda durch Pektin.

Wählen Sie die Sorte danach aus, was Sie von der Ernte erwarten, und genießen Sie Früchte, die Sie selbst angebaut haben.


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