Die Heidelbeere ist in unseren Gärten ein Neuling. Apfel und Pflaume begleiten den Menschen seit Jahrtausenden, die Kulturheidelbeere ist ein Kind des zwanzigsten Jahrhunderts — noch um 1900 hieß es in Gärtnerkreisen, sie lasse sich nicht domestizieren. Genau deshalb wird sie anders angebaut als alles, was neben ihr wächst. Sie will keinen guten Gartenboden, sie will einen sauren. Sie will kein Nitrat, sie will Ammonium. Und hinter dem einen Namen verbergen sich fünf verschiedene Pflanzen, die sich in fast allem unterscheiden — vom Kältebedarf im Winter bis zum Geschmack der Frucht.

Von all dem handelt das neue Buch Heidelbeeren: Alles an einem Ort, das jetzt auch in unseren Online-Shop kommt. Es ist kein weiterer allgemeiner Ratgeber zum Beerenobst. Der Autor, Dr. et Dr. Matej Prokop, PhD., hat es auf wissenschaftliche Studien gestützt — im Text stehen 695 nummerierte Verweise, und am Ende jedes der acht Teile findet sich ein Verzeichnis der verwendeten Arbeiten, insgesamt 158 Quellen. Die fachliche Seite hat prof. PaedDr. Pavol Prokop, DrSc. begutachtet. Wo die Messungen auseinandergehen, sagt das Buch es, und erklärt, warum. Entstanden ist ein Begleiter für den ganzen Weg der Heidelbeere: von der Sortenwahl bis zur Gefriertruhe.

535
Seiten
39
Kapitel
54
Sorten im Katalog
123
Fotos

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Neun Teile, ein Weg

Das Buch hat neun Teile und neununddreißig Kapitel, die so aufeinander folgen wie das Jahr im Bestand. Es beginnt weder mit Rezepten noch mit einer Sortenliste, sondern mit der Frage, warum die Heidelbeere so ist, wie sie ist — denn ohne diese Antwort ergibt kein einziger Düngetipp Sinn.

Teile I – II: Ein Jahrhundert und die Gene
Wie aus einem Strauch, der sich angeblich nicht zähmen ließ, in einem einzigen Jahrhundert eine Kulturpflanze auf fünf Kontinenten wurde. Fünf Heidelbeertypen — Northern Highbush, Southern Highbush, Rabbiteye, Half-high und Lowbush — und warum sie sich nicht beliebig miteinander kreuzen lassen. Gene aus dem Süden und aus dem Norden, was die DNA-Sequenzierung ans Licht brachte und worauf die Züchter heute zielen.
Teil III: Saurer Boden, Wasser und Wurzeln
Ein Thema, das es bei den meisten Obstarten nicht gibt und das bei der Heidelbeere über alles Weitere entscheidet. Warum pH 4,0 – 5,5 eine Grenze ist und keine Empfehlung. Warum die Heidelbeere kein Nitrat will, wie sie ohne Wurzelhaare überhaupt an Nährstoffe kommt, was die Mykorrhiza für sie tut — und warum Wasser zugleich Leben und Bedrohung ist.
Teile IV – V: Das Jahr im Bestand und was ihm droht
Die biologische Uhr und der Kältebedarf im Winter, Spätfröste, Blüte und Bestäubung, der Samen als Motor der Frucht, Strauchform und Schnitt, Sommerhitze. Danach Krankheiten des Holzes, der Wurzeln und der Früchte, Schädlinge und Unkräuter — und ein Überblick darüber, welcher der fünf Typen was verträgt.
Teile VI – VII: Festigkeit, Geschmack und der Weg in die Auslage
Warum die eine Beere knackig ist und die andere nach wenigen Tagen im Kühlschrank weich, was Calcium damit zu tun hat und warum das Kalken des Bodens nicht hilft. Zuckergehalt und Säure, die Wachsschicht, Ernte, Kühlkette — und was mit dem blauen Farbstoff im Topf, im Dörrgerät und in der Gefriertruhe geschieht.
Teile VIII – IX: Hinter dem Horizont und der Katalog
Der vergessene Verwandte Vaccinium stamineum, Heidelbeeren, die der Schönheit wegen angebaut werden — und fast ein Drittel des Buches: ein Katalog von 54 Sorten in sieben Gruppen mit eigenem alphabetischem Verzeichnis und Seitenzahlen. Zu jeder Sorte Herkunft und Züchter, Beschreibung von Strauch und Frucht, Frosthärte und Kältebedarf, Bestäubung, Erntezeit, Vorzüge wie Nachteile und ein Foto.

Ein Katalog, der die Sprache der Zahlen spricht

Bei der Heidelbeere entscheidet die Sortenwahl darüber, ob der Strauch den Winter übersteht, wann Sie ernten und wie die Beere schmeckt — deutlicher als bei allem anderen im Garten. Das Erste, wonach das Buch fragt, ist der Kältebedarf: wie viele Stunden unter 7 °C ein Strauch im Winter sammeln muss, um im Frühjahr überhaupt aufzuwachen. Die fünf Typen unterscheiden sich darin um mehr als das Zehnfache.

Southern Highbush100 – 400 Stunden
 
Rabbiteye300 – 600 Stunden
 
Northern Highbush800 – 1 000 Stunden
 
Half-high800 – 1 000 Stunden
 
Lowbushmehr als 1 000 Stunden
 

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Kältebedarf der fünf Heidelbeertypen — Stunden unter 7 °C, die nötig sind, um die Winterruhe zu brechen. Quelle: Kapitel 2 und 15 des Buches und die dort zitierte Literatur.

Innerhalb der Typen sind die Unterschiede noch größer: Der Sorte ‘Chickadee’ genügen rund 100 Stunden, ‘Climax’ braucht 400, ‘Tifblue’ 600 – 700 und praktisch alle Northern-Highbush-Sorten 800 bis 1 000. Genau deshalb nennt der Katalog zu jeder Sorte Kältebedarf, Frosthärte, Bestäubungsansprüche und Erntezeit — und erklärt in seiner Einführung, warum eine „späte“ Sorte des einen Typs früher reift als eine „frühe“ Sorte eines anderen.

Für wen dieses Buch ist
  • Für alle, deren Heidelbeere im Garten kümmert, ohne dass sie wissen, warum
  • Für alle, die gerade ihren ersten Strauch aussuchen — und wollen, dass er genau ihren Winter übersteht
  • Für Anbauer, die feste Früchte wollen, die bis zum Kunden halten
  • Für jeden, der wissen möchte, was in der Beere wirklich geschieht
Was Sie in diesem Buch nicht finden

Heidelbeeren: Alles an einem Ort ist weder ein buntes Kochbuch noch eine Broschüre über ein Superfood. Jede Aussage darin beruht auf zitierter Literatur, und der Inhalt wurde begutachtet. Wer eine schnelle Anleitung voller Rezepte sucht oder Versprechen über Wunderwirkungen auf die Augen, ist hier falsch. Wer verstehen will, warum der eigene Strauch tut, was er tut, ist genau richtig.

Das Buch ist als elektronische Publikation (PDF) in erster Auflage erschienen, mit der ISBN 978-80-975423-6-8, und ist in unserem Online-Shop erhältlich — neben Deutsch auch auf Englisch, Slowakisch und Tschechisch.


Heidelbeeren: Alles an einem Ort

Holen Sie sich dieses Buch in Ihre Bibliothek und lernen Sie die Heidelbeere bis ins kleinste Detail kennen — von den Genen bis zur Gefriertruhe.

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